Die Gedenkstätte Grafeneck ist die zentrale Erinnerungsstätte für die 10.654 Opfer der „Aktion T4“, dem zentralen Teil nationalsozialistischer „Euthanasie“-Verbrechen in Südwestdeutschland. Damit dient sie vielen tausend Menschen als Ort individueller und familiärer Trauer. Darüber hinaus versteht sich die Gedenkstätte Grafeneck als Forschungs- und Dokumentationsstätte, als Ort der historischen und politischen Bildung sowie als Auskunfts- und Informationsstätte.

Schwellenstein als Eingang der Gedenkstätte. Das Bild zeigt eine graue Steinplatte, welche im Boden eingelassen ist. In sie sind die Namen der Einrichtungen eingraviert, aus welchen die Opfer nach Grafeneck gebracht wurden.
Gedenkstättendetail: Mauer und Altar. Das Bild zeigt einen grauen Altarstein in welchen ein Kreuz eingraviert ist. Dahinter steht eine Steinmauer, durch die in der Mitte ein senkrechter Riss geht.
Eingang zum Friedhof und Bronzetafel 1985. Das Bild zeigt links einen Schotterweg, der zwischen zwei Mauern, hinter denen sich jeweils eine Hecke befindet, hindurch führt. Am Ende des Weges stehen zwei große Birken, an deren Fuß sich ein Grab befindet. Rechts im Bild steht eine Bronzetafel.

Barrierefreie Gedenkstätte

Franka Rößner und Sebastian Priwitzer (ganz rechts) mit Mitwirkenden zur Erstellung des Barrierefrei-Angebots. Das Bild zeigt eine Gruppe von Erwachsenen, die sich vor einem Hauseingang aufgestellt haben. Sie lächeln in die Kamera.

Bildungsangebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Die Gedenkstätte und ihre pädagogischen Programme sollen für alle Menschen zugänglich sein. Inklusion und Teilhabe an der historisch-politischen Bildung wird für Menschen mit geistigen Behinderungen ermöglicht.

Von 2014 bis 2016 entstand in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Selbstbestimmung Reutlingen und der PH Ludwigsburg im Projekt "Barrierefreie Gedenkstätte" ein pädagogisch-didaktisches Konzept für Seminare. Die Leitung hatten der Diplom-Sonderpädagoge und Sonderschullehrer Sebastian Priwitzer in Zusammenarbeit mit der Historikerin Franka Rößner.

Kognitive, sprachliche und sensorische Barrieren im bisherigen Bildungsangebot wurden reduziert. Texte in leichter Sprache zur Ergänzung der Dauerausstellung im Dokumentationszentrum sind entstanden. Auch diese Homepage wird in Kürze in leichter Sprache lesbar sein.

Wir bieten Seminare mit Führung (Dauer: 3 Stunden) und Studientage in leichter Sprache an.

Dieses Angebot richtet sich an Sonderschulklassen/Berufssonderschulklassen und inklusive Schulklassen jeder Schulart und SchülerInnen ab 14 Jahren.

Wir begleiten ebenfalls Erwachsenen-Gruppen wie Freizeit-Clubs, Fortbildungen für Beschäftigte von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Selbsthilfegruppen, Wohngruppen oder  Volkshochschulen.

Die maximale TeilnehmerInnenzahl liegt für integrative Gruppen bei 20 Personen.

Alle Angebote für Klassen und Gruppen von Menschen mit Behinderungen sind kostenlos. 2017 wurde dies durch Spenden und die Unterstützung der Stiftung "Zeit für Menschen" realisiert.

Die Vor- und auch Nachbereitung eines Gedenkstättenbesuches unterstützen wir gerne – auch vor Ort – und stellen Materialien zur Verfügung.

Wir bitten um Anmeldungen mindestens 6 Wochen im Voraus. Bei Fragen zur Planung des Gedenkstättenbesuches wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiterin Kathrin Bauer: kathrin.bauer@gedenkstaette-grafeneck.de

EinzelbesucherInnen können im Büro der Gedenkstätte:

- Audioguides mit der Hörversion der Ausstellung in leichter Sprache ausleihen

- einen Ausstellungsbegleitband in leichter Sprache kaufen oder bestellen (Preis: 10 € + Porto)

- einen Orientierungs-Plan in leichter Sprache und nach inklusiven Standards kostenfrei mitnehmen, um sich in Grafeneck zurecht zu finden. (1,033 MiB)